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Paul Manafort
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Paul John Manafort (* 1. April 1949 in New Britain, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Lobbyist und Politikberater. Er hat international umstrittene Klienten beraten und wurde 2016 als Wahlkampfmanager Donald Trumps bekannt. Gegen Manafort wurde wegen möglicher Kollusion mit russischen Stellen im Rahmen jenes Wahlkampfs ermittelt. Er wurde im August 2018 wegen nicht unmittelbar damit zusammenhĂ€ngender Vermögensdelikte verurteilt und einigte sich mit den Sonderermittlern vor einem zweiten Gerichtsverfahren im September 2018 außergerichtlich auf eine Kooperation. Im Dezember 2020 wurde Manafort von Trump begnadigt.

Contents

‱ Angola
‱ Begnadigung
‱ Weblinks

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Herkunft, Ausbildung und Aufbau einer Lobbyfirma

Manafort wuchs in der strukturell mehrheitlich demokratischen Stadt New Britain im Bundesstaat Connecticut auf. Sein Vater war dort ĂŒber drei Amtszeiten republikanischer BĂŒrgermeister, der neben seiner politischen Arbeit auch die Familienbaugesellschaft Manafort Brothers Inc. leitete, die von seinem aus Italien eingewanderten Vater gegrĂŒndet worden war. Manafort entschied sich fĂŒr eine Karriere in der Politik und studierte an der Georgetown University in Washington, D.C., an der er einen Bachelorabschluss in Wirtschaft und einen Juris Doctor in Rechtswissenschaft erhielt. Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete er fĂŒr eine Anwaltskanzlei, und seine Karriere als politischer Berater und Lobbyist nahm ihren Anfang. Seit den 1970er Jahren knĂŒpfte er ein dichtes Netz von auch moralisch fragwĂŒrdigen Verbindungen in die politische Landschaft in Washington und auf der ganzen Welt.cite-ref-1[1]

1976 beriet er mit James Baker die Wahlkampagne des republikanischen US-PrĂ€sidenten Gerald Ford, 1980 die fĂŒr Ronald Reagan, und 1988 managte Manafort gleichzeitig die Wahlkampagnen von drei Republikanern, die um die Nominierung als US-PrĂ€sidentschaftskandidaten kĂ€mpften: George Bush, Bob Dole und Jack Kemp.cite-ref-2[2]

Nach Reagans Amtsantritt grĂŒndete Manafort mit Roger Stone und zwei anderen Partnern die Lobby- und Beratungsfirma Black, Manafort, Stone and Kelly (oft auch als Black, Manafort bezeichnet), die mit allen Konventionen des amerikanischen Lobbywesens brach.cite-ref-foer-3-0[3]

Internationale Klienten

Zu Manaforts Klienten zÀhlten Diktatoren wie Ferdinand Marcos (Philippinen),cite-ref-zeit-4-0[4] Siad Barre (Somalia) und Mobutu Sese Seko (Demokratische Republik Kongo), das ins DrogengeschÀft verwickelte Regime auf den Bahamas und Nigerias MilitÀrmachthaber Ibrahim Babangida.

1992 prangerte die Journalistenorganisation Center for Public Integrity in einem Bericht mit dem Titel die AktivitĂ€ten der Manafort-Firma und in einem Bericht mit dem Titel „Die Lobby der Folterer“ an.cite-ref-foer-3-1[3] Die Satirezeitschrift „Spy“ kĂŒrte das Unternehmen zur „schmierigsten Lobbyfirma“ des Landes.cite-ref-welt-5-0[5]

Angola

Bei Manaforts Engagement im BĂŒrgerkrieg in Angola schloss er 1985 fĂŒr 600.000 Dollar einen Beratervertrag mit dem wenig bekannten antikommunistischen UNITA-RebellenfĂŒhrer Jonas Savimbi, der gegen die sozialistische Regierung kĂ€mpfte. Seine Armee beging schwerste Menschenrechtsverletzungen, doch stilisierte Manafort Savimbi zum „FreiheitskĂ€mpfer“, kreierte den „Savimbi chic“ und vermittelte ihm Besuche bei konservativen Denkfabriken in Washington.cite-ref-6[6] Der US-Kongress billigte hunderte Millionen Dollar verdeckte Finanzhilfe fĂŒr den Kampf gegen die Regierungspartei. Experten sind der Ansicht, Manaforts Firma habe den Krieg in Angola um Jahre bewusst verlĂ€ngert, indem sie sofort neue Waffenlieferungen organisierte, sobald Friedensverhandlungen in greifbare NĂ€he kamen.cite-ref-welt-5-1[5] Der BĂŒrgerkrieg dauerte ĂŒber ein Jahrzehnt lang weiter und kostete Hunderttausende das Leben.cite-ref-7[7]

Saudi-Arabien

Jahrelang war Manafort Lobbyist fĂŒr Bandar ibn Sultan aus der Dynastie der Saud, der 1983 bis 2005 Botschafter in Washington gewesen war. Manafort galt generell als einflussreichster auslĂ€ndischer Agent des Königreichs Saudi-Arabien in den Vereinigten Staaten.cite-ref-8[8] Beispielsweise setzte sich Manafort 1986 als Lobbyist bei der Regierung Reagan, dem Außenministerium und dem Kongress fĂŒr die Genehmigung von WaffengeschĂ€ften mit Saudi-Arabien ein.cite-ref-9[9]

Sowjetische Nachfolgestaaten

In den 2000er Jahren suchte Manaforts neue Firma Kontakte und GeschĂ€ftsmöglichkeiten bei Oligarchen aus postsowjetischen LĂ€ndern. Besonders wichtig wurde der russische Oligarch Oleg Deripaska, der sich ab 2004 von Manafort beraten ließ, um seine Finanzen von der politischen Krise der Ukraine abzuschirmen.cite-ref-10[10]

Im MĂ€rz 2017 wurde in internationalen Medien berichtet, dass Manafort fĂŒr Deripaska auch gearbeitet hatte, um die Interessen des russischen PrĂ€sidenten Putin zu fördern und Opposition gegenĂŒber der russischen Politik im post-sowjetischen Raum zu untergraben. Dies geschah, nachdem Wiktor Janukowytsch im Zuge der Orangenen Revolution dem Oppositionskandidaten Juschtschenko unterlegen war.cite-ref-bis2015-11-0[11] Im Juni 2005 bot Manafort in einem Strategieplan an, dass er Politik, GeschĂ€ftsbeziehungen und Medienberichterstattung in den Vereinigten Staaten, Europa und den ehemaligen Sowjetrepubliken beeinflussen wĂŒrde, um der Putin-Regierung zu helfen.cite-ref-cnbc-12-0[12]cite-ref-13[13] „Wir sind nun der Ansicht, dass dieses Modell der Putin-Regierung stark nutzen kann, wenn es auf den korrekten Ebenen mit dem angemessenen Einsatz fĂŒr Erfolg angewendet wird“, schrieb Manafort an Deripaska.cite-ref-cnbc-12-1[12]cite-ref-g-tt-14-0[14] Die Anstrengung werde einen „großen Dienst“ bedeuten, „der die Politik der Putin-Regierung sowohl intern als auch extern neu ausrichten kann.“cite-ref-cnbc-12-2[12]cite-ref-g-tt-14-1[14]

Manafort und Deripaska schlossen schließlich einen Vertrag in Höhe von jĂ€hrlich 10 Millionen US-Dollar ab. Aus den Unterlagen geht außerdem hervor, dass wenigstens ein Teil von Manaforts Arbeit in der Ukraine direkt von Deripaska bestimmt wurde und Manafort ein BĂŒro in Moskau einrichten wollte. In Strategiepapieren schrieb Manafort, Deripaska und Putin wĂŒrden von Lobbyarbeit bei westlichen Regierungen profitieren, damit Oligarchen ehemalige Vermögen in Staatsbesitz in der Ukraine behalten könnten. Er schlug vor, „langfristige Beziehungen“ mit westlichen Journalisten aufzubauen, sowie diverse Maßnahmen, um die Rekrutierung, Kommunikation und finanzielle Planung prorussischer Parteien in der Region zu verbessern. Manafort bot außerdem an, seine Arbeit in Osteuropa auf Usbekistan, Tadschikistan und Georgien auszuweiten. Dort wolle er die LegitimitĂ€t von Regierungen stĂ€rken, die Putin gegenĂŒber freundlich gestimmt seien und Gegner der russischen Politik durch politische Kampagnen, gemeinnĂŒtzige Frontorganisation und Medienoperationen untergraben.cite-ref-cnbc-12-3[12]

Nach der Orangen Revolution gab der Donezker Oligarch Rinat Achmetow Manafort 2005 einen Beratervertrag, und er heuerte als Spin Doctor fĂŒr Wiktor Janukowytsch an. Manafort organisierte fĂŒr Janukowytsch ein unerwartetes Comeback.cite-ref-zeit-4-1[4] Dass Janukowytsch im Februar 2010 zum StaatsprĂ€sidenten gewĂ€hlt wurde, wird unter anderem Manaforts AktivitĂ€ten zugeschrieben. Manafort arbeitete bis zu den Maidan-Protesten 2013/2014 fĂŒr Janukowytsch.cite-ref-welt-5-2[5] Manaforts AktivitĂ€ten wurden 2014 von StaatsanwĂ€lten wegen Veruntreuung ukrainischen Vermögens nach der Absetzung Janukowytschs untersucht.cite-ref-cnbc-12-4[12]

Ein weiterer Kunde Manaforts war Dmytro Firtasch. Im Jahr 2008 hatte Manafort mit einem ehemaligen Manager der Trump Organization vereinbart, gemeinsam das Drake Hotel in New York fĂŒr bis zu 850 Millionen Dollar zu kaufen, wobei Firtasch zusagte, 112 Millionen Dollar zu investieren. Laut einer Klage gegen Manafort und Firtasch ging es bei dem GeschĂ€ft vielmehr darum, einen Teil der Gewinne zu waschen, die Firtasch durch die Vermittlung von ErdgasgeschĂ€ften zwischen Russland und der Ukraine, mit Semjon Judkowitsch Mogilewitsch als stillem Partner, abgeschöpft hatte. Schließlich scheiterte das GeschĂ€ft wegen der Insolvenz von Firtaschs Nadra-Bank.cite-ref-henry-15-0[15]

Als Janukowytschs Handlungen in der Ukraine nach und nach seine Versprechen nicht einlösten, zogen sich Demokratieberater aus Manaforts Team zurĂŒck, aber der politische Stratege Manafort selbst, der dem ukrainischen PrĂ€sidenten nahe stand, wurde zu seinem inoffiziellen Berater und Gesandten im Umgang mit dem Westen. Achmetow finanzierte Manaforts Arbeit fĂŒr die Partei der Regionen, nachdem die Einnahmequelle Janukowytsch weg gefallen war – er arbeitete auch etwas an Regionalwahlen, einschließlich der BĂŒrgermeisterwahl in Mariupol 2015,cite-ref-bis2015-11-1[11] die von Wadym Bojtschenko gewonnen wurde, welcher nach sieben Jahren im Amt die Grauen des russischen Überfalls 2022 beklagen musste.cite-ref-16[16]

Wahlkampfmanager Donald Trumps

WĂ€hrend Donald Trumps PrĂ€sidentschaftskandidatur war Manafort vom 28. MĂ€rz 2016 bis August 2016 dessen Berater.cite-ref-17[17] Mitte August 2016 wurde bekannt, dass Manafort 12,7 Millionen US-Dollar auf illegalem Weg von Janukowytschs Partei der Regionen erhalten hatte;cite-ref-ukraine-18-0[18] zwei Tage spĂ€ter trat Manafort von seinem Beraterposten zurĂŒck und wurde durch Steve Bannon ersetzt.cite-ref-19[19]

Nach der Wahl am 8. November 2016 kehrte Manafort jedoch zurĂŒck, um Trump bei Personalentscheidungen zur Besetzung seiner Regierung zu beraten.cite-ref-henry-15-1[15] Manafort Ă€ußerte im MĂ€rz 2017, er und seine Mitarbeiter hĂ€tten weiterhin Kontakte mit Trump. Manaforts ehemaliger GeschĂ€ftspartner in Osteuropa, Rick Gates, hat Trumps AmtseinfĂŒhrung mitorganisiert und eine Organisation ins Leben gerufen, die Trump unterstĂŒtzt.cite-ref-cnbc-12-5[12]

Sonderermittlung zum Trump-Wahlkampf

Manaforts LobbyaktivitĂ€ten und sein Verhalten als Wahlkampfmanager Donald Trumps wurden wĂ€hrend der Sonderermittlungen des Federal Bureau of Investigation (FBI) zu möglichen Russland-Verbindungen des Wahlkampfteams Trumps untersucht, die im Sommer 2016 begann. Dabei ging es um die Frage, ob Mitglieder dieses Teams sich mit der russischen FĂŒhrung kollusiv zum Schaden von Trumps demokratischer Gegenkandidatin Hillary Clinton abgesprochen hatten.cite-ref-cnbc-12-6[12] Dazu wurde im MĂ€rz 2017 eine Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016 eingerichtet.

Dabei geriet im Juli 2017 ein Treffen mit russischen Vertretern am 9. Juni 2016 im Trump Tower in den Fokus der Medien, an dem er mit Trumps Ă€ltestem Sohn Trump Jr. und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teilgenommen hatte. Die zuvor ausgetauschten E-Mails zeigen, dass Trump Jr. das Treffen mit einer russischen AnwĂ€ltin deshalb organisiert hatte, weil diese ihm belastendes Material ĂŒber Hillary Clinton in Aussicht gestellt hatte. Damit wurde erstmals ein Russland-Kontakt des engsten Wahlkampfteams um Trump in kollusiver Absicht nachgewiesen. Manafort musste am 24. Juli 2017 – wie auch Trump Jr. – in geheimer Sitzung vor dem Justizausschuss des US-Senats aussagen, nachdem sie der Vorsitzende Chuck Grassley unter Androhung einer Subpoena vorgeladen hatte.cite-ref-20[20] Im Juli 2017 wurde auch bekannt, dass Briefkastenfirmen Manaforts bis zu seiner (unbezahlten) TĂ€tigkeit fĂŒr Trump Schulden in Höhe von etwa 17 Millionen US-Dollar aus der Zeit seiner GeschĂ€ftstĂ€tigkeit in der Ukraine bei pro-russischen Stellen hatten.cite-ref-21[21]

Ein Sprecher Manaforts teilte am 9. August 2017 mit, dass dessen Haus im Juli vom FBI durchsucht wurde.cite-ref-22[22] Am 30. Oktober 2017 wurde Manafort wegen Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten und des Verdachts der GeldwĂ€sche angeklagt. Die vor einem Geschworenengericht erhobene Anklage umfasst insgesamt zwölf Punkte, zu denen auch Falschaussagen und das Verbergen von auslĂ€ndischen Bankkonten zĂ€hlen.cite-ref-23[23] Die Anklagepunkte haben allerdings nicht direkt mit dem Kern von Robert Muellers Sonderermittlungen zu tun, ob es im Wahlkampf 2016 geheime Absprachen des Trump-Lagers mit der russischen FĂŒhrung gab. Eine Klage Manaforts gegen das Justizministerium der Vereinigten Staaten, den FBI-Sonderermittler Mueller und den Deputy Attorney General Rod Rosenstein wegen KompetenzĂŒberschreitung wurde im April 2018 abgewiesen.cite-ref-24[24]

Am 8. Juni 2018 wurde Manafort wegen des Versuchs, Zeugen zur LĂŒge ĂŒber LobbyaktivitĂ€ten zugunsten der ehemaligen pro-russischen Regierung der Ukraine zu ĂŒberreden, zusĂ€tzlich wegen Justizbehinderung angeklagt. Am 15. Juni 2018 wurde eine Kaution vor Gericht verweigert und Manafort in Haft genommen.cite-ref-25[25] Sonderermittler Mueller hatte zuvor beantragt, Manafort wegen Verletzung seiner Kautionsauflagen in Untersuchungshaft zu nehmen.cite-ref-26[26]

Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrug

Am 16. Februar 2018 erweiterte das Team des FBI-Sonderermittlers die Anklagepunkte gegen Manafort und seinen Mitarbeiter Rick Gates, unter anderem um Steuerhinterziehung und Bankbetrug. Bei seinen BerateraktivitĂ€ten im Ausland soll Manafort auch mit Hilfe von Offshore-Konten bis zu 75 Millionen US-Dollar an den US-Behörden vorbei geschleust haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, Banken belogen zu haben, um Kredite in Höhe von 20 Millionen US-Dollar zu bekommen.cite-ref-27[27] Gates bekannte sich daraufhin am 23. Februar schuldig, was den Druck auf Manafort erhöhte.cite-ref-28[28]

Der Prozess gegen Manafort wegen der Anklagepunkte Bankbetrug (bank fraud), Steuerhinterziehung (tax evasion) und das Verbergen auslĂ€ndischer Bankkonten (failure to report foreign bank accounts) fand vor einem Geschworenengericht in Virginia statt.cite-ref-29[29] Der Beginn war zunĂ€chst fĂŒr den 25. Juli 2018 terminiert, wurde aber am 23. Juli auf Antrag der Verteidigung verschoben und begann am 31. Juli 2018.cite-ref-30[30]

Am 21. August 2018 wurde Manafort von zwölf Geschworenen in acht von 18 Anklagepunkten, darunter Steuerhinterziehung und Bankbetrug, schuldig gesprochen.cite-ref-31[31] Ihm drohte eine Strafe von bis zu etwa 20 Jahren GefÀngnis.cite-ref-32[32] Am 7. MÀrz 2019 wurde Manafort zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 11 Monaten verurteilt.cite-ref-33[33]

Eingestelltes zweites Verfahren und Kooperation mit der Sonderermittlung

Am 17. September 2018 sollte ein weiterer Prozess gegen Manafort im District of Columbia wegen Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten und GeldwÀsche beginnen; er war auf zehn bis zwölf Prozesstage Dauer angesetzt.cite-ref-34[34]

Am 14. September, kurz vor dem angesetzten Beginn des zweiten Prozesses, einigte sich Manafort mit den AnklĂ€gern auf einen Deal („plea bargain“). Manafort verpflichtete sich, vollstĂ€ndig mit den Sonderermittlern und anderen Ermittlern zusammenzuarbeiten, und bekannte sich in zwei der sieben Anklagepunkte des bevorstehenden Gerichtsverfahrens und in den zehn Anklagepunkten des abgeschlossenen Gerichtsverfahrens, bei denen die Geschworenen nicht zur EinmĂŒtigkeit gekommen waren, fĂŒr schuldig. Im Gegenzug setzen sich die AnklĂ€ger dafĂŒr ein, dass Manafort fĂŒr sĂ€mtliche der 20 Anklagepunkte, fĂŒr die er verurteilt wurde oder bei denen er sich schuldig bekannt hat, eine Haftstrafe nicht lĂ€nger als zehn Jahre erhĂ€lt. Die ĂŒbrigen Anklagepunkte werden vorerst fallengelassen. Manafort verpflichtete sich, vollstĂ€ndig und wahrheitsgemĂ€ĂŸ auszusagen und sĂ€mtliche angeforderten Dokumente auszuhĂ€ndigen. Er verpflichtete sich, an den Staat Vermögenswerte in Höhe von etwa 46 Millionen Dollar abzugeben.

Die Medien spekulierten, dass mit dieser Vereinbarung eine mögliche Begnadigung Manaforts durch Trump unwahrscheinlich sein wĂŒrde. Auch wenn sĂ€mtliche Straftaten, zu denen sich Manafort bekannt hat, die Zeit vor seiner BeschĂ€ftigung bei Trump betreffen, galt Manaforts Wissen ĂŒber Trumps Wahlkampagne als potenziell gefĂ€hrlich fĂŒr PrĂ€sident Trump selbst, insbesondere im Zusammenhang des Trump-Tower-Treffens mit der russischen AnwĂ€ltin im Juni 2016.cite-ref-35[35] Die Washington-Post-Kolumnistin Jennifer Rubin kommentierte, durch Manaforts Aussagebereitschaft könnte Trump anfangen, panisch zu werden.cite-ref-36[36] Im Februar 2019 urteilte eine Bundesrichterin am United States District Court for the District of Columbia, Manafort habe „absichtlich mehrere Falschaussagen“ gegenĂŒber dem FBI, dem Team von FBI-Sonderermittler Robert Mueller und vor der Jury gemacht. Mueller sei nicht mehr an seine Verpflichtungen aus der Vereinbarung vom September 2018 gebunden.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]

Siehe auch seine Rolle im Zusammenhang mit der Hapsburg Group.

Zweite Verurteilung

Nach der Verurteilung vom 7. MĂ€rz 2019 wegen Steuerhinterziehung, wurde er am 13. MĂ€rz 2019 als Folge seiner Falschaussagen vor den Sonderermittlern wegen Betruges und Verschwörung verurteilt, das Strafmaß der beiden Urteile belĂ€uft sich zusammen auf 7,5 Jahre Haft. UnabhĂ€ngig davon wurde gegen Manafort Mitte MĂ€rz 2019 vom Staat New York Anklage erhoben, weil er sich Darlehen erschlichen haben soll.cite-ref-39[39] Die Anklage des Staates New York wurde im Dezember 2019 aufgrund des Verbotes der Doppelbestrafung zurĂŒckgewiesen.cite-ref-40[40]

Entlassung in den Hausarrest

Im Mai 2020 wurde Manafort aus dem GefĂ€ngnis entlassen und in den Hausarrest ĂŒberfĂŒhrt.cite-ref-41[41]

Begnadigung

Im Dezember 2020 wurde Manafort von Trump begnadigt.cite-ref-42[42]

Weblinks

‱ Thema Paul Manafort bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
‱ Eliza Relman, Natasha Bertrand: Paul Manafort was in the Russian lawyer meeting with Jared Kushner and Donald Trump Jr. — here’s what you need to know about him. In: Business Insider, 14. Juli 2017 (englisch)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Eliza Relman, Natasha Bertrand: Paul Manafort was in the Russian lawyer meeting with Jared Kushner and Donald Trump Jr. — here’s what you need to know about him. In: Business Insider, 14. Juli 2017 (englisch)
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